Utopie II: Der Ort

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Utopie, zunächst ein Bild nur, klein und fern. Fernweh spüren, die Sehnsucht, ganz woanders, an einem unbetretenen Ort zu sein. Näher rangehen, ahnen, dass dies doch kein Bild von woanders ist, sondern von einem besseren Hier. Fernweh weicht dem Heimweh, die Sehnsucht, im eigenen Bett aufzuwachen und sich ein für alle mal frei, geborgen und unschuldig zu wissen. Noch näher ran – kein Bild überhaupt, sondern ein Raummodell. Von solcher Rafinesse, solch ausgeklügelten Details, fremdartiger Ästhethik. So eindeutig von Menschenhand gemacht, doch so menschenleer und unbetretbar. Auf Augenhöhe gehen, um sich in Straßen und Gärten hineinzuversetzen. Immer näher ran. Bis der grobe Stoff sichtbar wird. Fasern oder Pixel. Wo birgt sich die Ahnung der Ferne, das Gefühl von Zuhause-Sein? Einen Schritt zurückgehen. Der Blick immer noch gebannt. Angstlust, in jenem Raum aufzuwachen, inmitten nicht auszuhaltender Schönheit und Ordnung.